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Freiheit - die ich meine und mir nehme

Im Kollektiv arbeiten?

Kollektiv Teamarbeit

Leistung, Ehrgeiz, Motivation: Diese Zauberworte begleiten uns seit der frühen Jugend und sagen vor allen Dingen eins: dass wir uns als Einzelkämpfer verstehen sollen, um in dieser Gesellschaft reüssieren zu können. Der oder die Erste oder Beste zu sein, ist also top, Trend. Wenn Du das nicht unwidersprochen hinnehmen willst, könntest Du Dir für Deinen Beruf doch neue Wege ersinnen, die Option, mit Anderen gemeinsam in einem Kollektiv zu arbeiten, zum Beispiel.

Natürlich fällt es fast jedem schwer, sich vorzustellen, wie er sich als "Rädchen im Getriebe" fühlen würde. Aber es ist möglich, Teil eines Ganzen zu sein und dennoch die eigenen Fähigkeiten einzubringen. "Gleicher unter Gleichen" zu sein, das bedeutet ja nicht, dass alle das gleiche machen. Wenn Du Dir Beispiele von Kommunen oder Kollektiven ansiehst, wirst Du schnell sehen, dass es "Köpfe" und "Hände gibt", dass manch einer klar der Organisator oder der PR Mensch ist, während Andere glücklich dabei sind, Reparaturen durch zu führen oder den Garten zu hegen und pflegen. Wenn Du Dir die Freiheit nimmst, aus dem Karriererad heraus zu denken - und irgend wann real auch heraus zu treten - musst Du natürlich erst einmal im Kopf so einiges aufräumen. Dieses Erster Sein, es den Anderen zeigen ist bei dieser Form nämlich nicht gewinnbringend, sondern eher im Weg und führt des Öfteren auch zum Scheitern manch guter Projekte.

Was sind die Vorteile kollektiven Handelns?

Wenn wir einmal die finanzielle, relativ komplexe Seite ausser Acht lassen und uns den personellen Dingen zuwenden, kommt als ein klarer Vorteil des Kollektivs sicher als erstes dieses zur Sprache: Die Verantwortung wird bei einem Kollektiv gemeinsam getragen. Dies klingt abstrakt, heisst in der Praxis aber zum Beispiel, dass eine Anschaffung von allen getragen wird, so dass nicht ein Einzelner das Risiko trägt, dass diese Anschaffung auch wirklich gut und sinnvoll war. Wenn sich das Kollektiv über etwas einig ist, was manchmal lange Zeit in Anspruch nehmen kann, steht eine Entscheidung. Dies kann sehr entlastend sein, gerade, wenn Du schon öfter an einem Punkt standest, etwas zu bereuen und Dich mit Selbstvorwürfen zu plagen. Das Kollektiv kann hier wie ein warmer Mantel wirken, in den man sich einhüllen kann, auch wenn sicher jeden Tag auch einige Konflikte warten.

Der Vereinzelung entgegen wirken

Dank Internet - für viele ist es darum auch eher ein Fluch als etwas "Dankenswertes" - muss heute im Grunde niemand mehr das Haus verlassen, um zu arbeiten oder zu kommunizieren. Diese schöne neue Welt kann aber auch sehr einsam machen, wie man an einigen Beispielen gut sehen kann. Ein Kollektiv ist das genaue Gegenteil, denn da musst bzw. darfst Du Dich ständig mit realen Menschen beschäftigen, erhältst ein direktes Feedback und lernst so auch eine Menge über Dich und Deine Grenzen. Gemeinsam einen Hof mit Gemüseanbau zu betreiben, das knüpft an bäuerliche Lebensformen früherer Tage an und ist ganz sicher nichts, was Dich vereinsamen lässt. Gemeinsam die Ernte einfahren - ein Klischee, das aber für immer mehr Leute zur Realität wird.

Tipp: Wenn Du Dich beruflich gerade umorientierst, Dir die kollektive Form attraktiv erscheint, mach doch ein etwas längeres Praktikum in einem solchen Betrieb.

Bildquelle: teaksato / freeimages.com

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